ANGST VOR HIV NACH ONE-NIGHT-STAND

Schwerpunkt: HIV & Männer, HIV Allgemein
26.01.2015

Sehr geehrter Herr Dr. Glaunsinger, ich habe mehrere Fragen zum Thema HIV. Letzten November hatte ich (weiblich) einen One-Night-Stand mit einem Unbekannten. Wir haben uns kurz vorher auf einer Party kennen gelernt. Er war bis vor kurzem in einer langjährigen Beziehung. Wir haben Kondome benutzt (er meinte danach, dass er nie auf Kondome verzichtet habe und hat mir versichert, dass er keine STI hat). Trotzdem geht mein Kopfkino los, denn ich habe meinen Freund betrogen. Ich hab nach 3,5 Wochen einen HIV-Test beim Hausarzt machen lassen, nach 4 Wochen eine PCR im Labor und nach 10 Wochen nochmal einen Antigen-Antikörper-Test im Labor - alle drei unauffällig bzw. negativ. Meine Frage: Muss ich nach 12 Wochen noch einen Test machen oder ist diese Aussage veraltet? Die deutsche Aidshilfe hat das diagnostische Fenster ganz offiziell auf 6 Wochen herunter gekürzt. Kann ich mich darauf verlassen? Mittlerweile spielt meine Psyche mir komplett einen Streich und ich male mir die absurdesten Situationen einer Übertragung aus. Er war kurz vorher in meinem Bad. Was ist, wenn er meinen Rasierer benutzt hat, dann ich hab ihn etwa 10 Minuten später verwendet, um mir die Beine zu rasieren. Kann auf diese Weise HIV übertragen werden? Ich kann mich nicht erinnern, ob er nass war oder ob ich mich geschnitten habe. Kann ich das Thema abhaken? Vielen Dank im Voraus, Sara

Dr. med. Tobias Glaunsinger
Antwort des Experten Dr. med. Tobias Glaunsinger

Sehr geehrte(r) Fragende(r),

eine PCR-Untersuchung 4 Wochen nach einer vermeintlichen Risikosituation ist schon sehr sicher! Ein negativer HIV-Antikörper-Antigen-Test der 4. Generation (wie er heute üblicherweise in einem medizinischen Einsender-Labor durchgeführt wird) ist 10 Wochen nach einem vermeintlichen Risikokontakt sehr sicher! Eine weitere Testung nach 12 Wochen halte ich nicht für erforderlich! Für weitere Informationen empfehle ich die Lektüre meiner diversen diesbezüglichen Antworten auf vorher gestellte Fragen.

Unter bestimmten sehr widrigen Umständen könnte man eine HIV-Übertragung mittels eines Rasierers konstruieren. Diese ist jedoch extrem unwahrscheinlich! Es müsste in jedem Fall zu einer Schnittverletzung bei dem infizierten (und nicht behandelten) Menschen gekommen sein und das Blut müsste auf dem Rasierer noch relativ frisch sein. Zudem müssten Sie sich danach dann auch mit dem gleichen Rasierer geschnitten und das Blut dabei in ihren Körper eingebracht haben. Extrem unwahrscheinlich!

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med Tobias Glaunsinger
Facharzt für Allgemeinmedizin und Infektiologie
im Auftrag der Janssen-Cilag GmbH

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