ANSTECKUNGSRISIKO MIT HIV

Schwerpunkt: HIV & Psyche
19.08.2014

Hallo zusammen, ich mache mir seit mittlerweile gut zwei Jahren Sorgen, mich irgendwie mit HIV angesteckt zu haben. Kann man sich anstecken, wenn man evtl. Sperma an den Fingern hat und sich dann in den Mund fasst? Auch wenn die Menge total gering ist oder das Blut sogar trocken? Ich hatte auch öfter Mal Aphten im Mund - kann das vom Stress kommen? Ich wäre über eine Antwort dankbar.

Dr. med. Steffen Heger
Antwort des Experten Dr. med. Steffen Heger

Sehr geehrte „kate“,

Sie fragen sich, welches Infektionsrisiko besteht, wenn Sperma über die Hand in den Mund aufgenommen wird.

Zunächst zum Risiko einer Infektion mit HIV auf diesem Weg:

• HI-Viren sind sehr instabil und verlieren außerhalb des Körpers schnell ihre Ansteckungsfähigkeit. Daher ist eine Infektion durch Aufnahme von getrocknetem Sperma in den Mund äußerst unwahrscheinlich.
• Wenn frisches Sperma in den Mund aufgenommen wird, besteht ein Infektionsrisiko, dessen Höhe u.a. abhängig ist von der Menge des aufgenommenen Spermas und dem Zustand der Mundschleimhaut. Wenn die Menge gering ist, werden evtl. darin vorhandene Viren in der Regel schnell durch den Speichel unschädlich gemacht. Das Risiko ist noch geringer, wenn das Sperma ausgespuckt und nicht heruntergeschluckt wird. Das gilt unter der Voraussetzung, dass die Mundschleimhaut gesund ist.

Einige andere sexuell übertragbare Krankheiten können auf diesem Weg allerdings leichter übertragen werden.

Bei manchen Menschen treten Aphten im Mund tatsächlich in seelischen Stresssituationen gehäuft auf. Falls Sie häufiger damit zu tun haben, sollten Sie mit Ihrem Hausarzt darüber sprechen, da insbesondere wiederkehrende Aphten in manchen Fällen auch Symptom einer anderen und evtl. behandlungsbedürftigen Erkrankung sein können. Darüber hinaus können solche entzündlichen Veränderungen der Mundschleimhaut das Risiko erhöhen, sich beim Oralverkehr mit einer sexuell übertragbaren Erkrankung anzustecken.

Insgesamt schlage ich Ihnen vor, Ihre Fragen mit einem Allgemeinarzt oder Internisten zu besprechen, zu dem Sie Vertrauen haben und der dann ggf. weitere Untersuchungen in die Wege leiten kann.

Ich hoffe, diese Informationen helfen Ihnen weiter.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med Steffen Heger
Facharzt für Psychosomatik und Psychotherapie
im Auftrag der Janssen-Cilag GmbH

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