HIV Therapie

Die heutigen Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig und haben sich in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert. Womit behandelt wird und wann mit einer Behandlung begonnen wird, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab. 

Die heutigen Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig
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HIV Behandlung mit einer Kombinationstherapie

Eine HIV -Infektion wird in der Regel mit einer Kombinationstherapie, bestehend aus mehreren „antiretroviralen“ Medikamenten behandelt – die sogenannte hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART). Antiretroviral heißt, dass das Medikament gegen das „RetrovirusHIV wirkt. Kombinationen aus drei oder mehr Arzneimitteln werden zusammengestellt, um das Virus davon abzuhalten, sich zu vermehren und eine Resistenzentwicklung der Viren zu vermeiden. Eventuelle Nebenwirkungen und die Tablettenbelastung sollen dabei möglichst gering gehalten werden.

Viruslast entscheidend über HIV Therapie

Die medikamentöse Therapie muss nicht unbedingt direkt nach der Diagnose „HIV positiv“ starten. Der Arzt entscheidet gemeinsam mit dem Patienten darüber, wann mit der Medikation begonnen werden soll. Das hängt sowohl vom Gesamtzustand des Patienten als auch von der Höhe der Viruslast und der „CD4-Zellzahl “ ab. Einmal begonnen, ist es sehr wichtig, die Therapie konsequent durchzuhalten.

 

Therapieziele

HIV -Medikamente bzw. „antiretrovirale“ Medikamente halten das Virus davon ab, sich zu vermehren bzw. von sich selbst Kopien zu machen. Das wichtigste Ziel der Therapie ist es, das Leben der Patienten bei möglichst guter Gesundheit und hoher Lebensqualität zu verlängern. Dazu gehört es, die Viruslast möglichst klein und die CD4-Zellzahl   möglichst hoch zu halten, um das Fortschreiten der HIV -Infektion zu verhindern. Es gilt, die Entwicklung einer Resistenz zu vermeiden, das Immunsystem zu stabilisieren und das Übertragungsrisiko auf Andere soweit wie möglich zu minimieren.

Medikamente

Es gibt verschiedene Typen von antiretroviralen Arzneimitteln, die aktuell in 5 Gruppen unterteilt werden und die sich in ihrem Wirkmechanismus unterscheiden. In der Regel werden verschiedene Typen miteinander kombiniert, da sie sich in ihrer jeweiligen Wirkweise unterscheiden und somit ergänzen.
1. Nukleosidale reverse Transkriptasehemmer (NRTI)
NRTI, auch Nukleosidanaloga , sind die älteste Gruppe der antiretroviralen Medikamente. Sie setzen beim Enzym „Reverse Transkriptase “ an und stören als "falsche Bausteine" die Kopie der DNS und die damit verbundene Vermehrung der HI-Viren.
2. Nicht-nukleosidale reverse Transkriptasehemmer (NNRTIs)
Die NNRTIs hemmen ebenfalls das viruseigene Enzym Reverse Transkriptase , sie unterscheiden sich jedoch in ihrer chemische Struktur von den NRTIs.
3. Proteasehemmer (PIs)
PIs hemmen das Enzym Protease , indem sie sich an das aktive Zentrum des Enzyms binden. Die Protease ist dann nicht mehr in der Lage die langen Proteinketten in aktive Viruspartikel zu spalten und hemmt so die Virusproduktion.
4. Entry-Inhibitoren
Diese Wirkstoffe unterbinden den Eintritt des HI-Virus in die CD4-Zelle . Es gibt drei Schlüsselstellen, an denen die Arzneimittel ansetzen, um den Befall gesunder Zellen zu verhindern.
5. Integrase-Inhibitoren
Die Integrase ist neben der Protease und der Reversen Transkriptase eins der drei Schlüsselenzyme bei der Vermehrung des HI-Virus . Wird die Integrase gehemmt, kann die HIV -DNA nicht in die DNA der menschlichen Wirtszelle integriert und somit nicht vermehrt werden. 

PEP

PEP ist die Abkürzung für Post-Expositions-Prophylaxe . Es handelt sich dabei um eine vorbeugende medikamentöse Behandlung, um das "Einnisten" des HI-Virus im Körper zu verhindern.
Die Behandlung besteht aus einer Kombination von verschiedenen Medikamenten und muss möglichst rasch (möglichst innerhalb von 2 Stunden, spätestens innerhalb der ersten 72 Stunden) eingeleitet werden. Die Behandlung dauert meist vier bis sechs Wochen. Ein Arzt entscheidet, ob eine PEP durchgeführt wird oder nicht.
Weitere Informationen zu PEP finden Sie auf unserer Seite im Artikel "PEP - Die Pille danach?"

Prophylaxe einer HIV -Infektion durch PrEP?

Von der PEP zu unterscheiden ist die sogenannte PrEP bzw. Prä-Expositions-Prophylaxe , deren Wirksamkeit bisher allerdings nicht eindeutig bewiesen wurde. Hierbei werden HIV -Medikamente prophylaktisch von HIV -Negativen eingenommen, um im Falle eines Kontaktes mit HIV (hochrisikoreicher Sex) das Risiko einer Ansteckung zu verringern. Die PrEP ist umstritten, schließlich ist sie mit hohen Kosten und Nebenwirkungen verbunden und bei konsequentem Safer Sex kann man theoretisch auf sie verzichten. Daneben bleibt ein deutliches Restrisiko auch dann bestehen, wenn die PrEP dauerhaft und konsequent eingenommen wird. Aus diesem Grund und aufgrund von anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen ist auch bei der Anwendung einer PrEP das Kondom unverzichtbar. 

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