HIV und Aids: Wie sage ich es meinem Kind?

Natürlich muss das Kind früher oder später erfahren, dass es HIV -positiv ist. Wie und wann dies geschieht, ist sehr unterschiedlich. Es gibt jedoch – wie immer - einige Dinge zu beachten.

Finde die richtigen Worte, wenn du deinem Kind mitteilst, dass es HIV-positiv ist
Artikel teilen

Viele Eltern HIV -positiver Kinder neigen dazu, das betroffene Kind erst spät über die Infektion aufzuklären. Hierbei spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle. Zum einen möchten die Eltern ihr Kind nicht belasten, sie haben Angst vor der Reaktion des Kindes. Zum anderen sind viele Eltern unsicher, wie sie es dem Kind am besten erklären sollen. Vielleicht fürchten sie auch eine Diskriminierung des Kindes, wenn dessen Infektion bekannt werden sollte.

Auch Eltern, die das Kind eigentlich gerne aufklären würden, vermeiden häufig das Gespräch mit dem Kind, indem Sie es immer wieder auf einen vermeintlich besseren Zeitpunkt verschieben oder darauf spekulieren, dass das Kind selbst danach fragt. Da das Kind das Geheimnis um sich spürt, fragt es jedoch gar nicht erst danach. Es kann mit dieser Unsicherheit nicht umgehen und ahmt die Strategie der Eltern (Vermeidung) nach.

Dabei können Kinder mit Wahrheiten – auch mit sehr traurigen – deutlich besser umgehen als mit Unsicherheit. Da das Kind sich nicht zu fragen traut, erfindet es eigene Erklärungen, wobei diese Phantasien durchaus schlimmer und belastender sein können als die Wahrheit über die Infektion. Hieraus können jedoch gerade bei älteren Kindern Konflikte entstehen, die vermieden werden können, wenn das Kind von den Eltern rechtzeitig über die Infektion aufgeklärt wird. Bewährt hat sich eine schrittweise und altersgerechte Aufklärung. Somit gibt es den richtigen Zeitpunkt gar nicht - die Aufklärung des Kindes ist vielmehr ein Prozess über einen längeren Zeitraum.

Über die HIV Infektion sprechen: Die richtigen Worte finden

Bevor man mit dem Kind über die Infektion spricht, sollte man sich überlegen, was man dem Kind sagen will. Auch sollte man sich vorher überlegen, mit wem das Kind darüber sprechen darf. Wichtig ist natürlich auch, dass man  kindergerechte Formulierungen wählt, die das Kind verstehen kann. Gerade bei kleinen Kindern kann dies auch ohne Nennung von HIV und AIDS erfolgen, eine geeignete Formulierung könnte z. B. sein: „Dein Blut ist krank weil die Körperpolizei nicht mehr gut arbeiten kann“. Wenn das Kind verstanden hat, dass das Blut krank ist, sollte man es darüber informieren, wie es mit blutenden Wunden umgehen soll. Hierzu zählt, dass es sich zur Wundversorgung nur an bestimmte, vorgegebene Erwachsene wendet, die über die Infektion des Kindes Bescheid wissen.

Eines sollte man nicht vergessen: Die Eltern kennen ihr Kind am besten! Man sollte darauf vertrauen, die richtigen Worte für das Kind zu finden!

Es kann sein, dass das Kind die Erklärungen ohne große Nachfragen hinnimmt. Dies muss kein Grund zur Verunsicherung sein, denn vielleicht wurden dem Kind gerade die Erklärungen geliefert, die es gebraucht hat. Vielleicht benötigt es auch eine gewisse Zeit, diese Informationen zu verdauen. In jedem Fall sollte man auf Nachfragen des Kindes eingehen und seine Ängste und Sorgen ernst nehmen.

Artikel bewerten

Diese Information war für mich hilfreich?

Votes with an average with
Zurück

Weitere Themen:

Gut leben mit HIV

> > HIV und Aids: Wie sage ich es meinem Kind?