HIV -positiver Mann mit Kinderwunsch

Eine HIV -Infektion beim Mann schließt die natürliche Zeugung eines Kindes nicht aus. Um die Übertragung der Infektion auf die HIV -negative Partnerin zu verhindern, müssen jedoch einige Punkte beachtet werden.

HIV-positive Männer können bei Beachtung einiger Punkte Kinder haben
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Die Deutsch-Österreichische Leitlinien zur Diagnostik und Behandlung HIV -betroffener Paare mit Kinderwunsch sehen je nach Ausgangssituation unterschiedliche Vorgehensweisen vor, um die HIV -negative Partnerin vor einer HIV -Infektion zu schützen.

HI-Viruslast unter der Nachweisgrenze

Wenn der betroffene Mann

  •     eine gut wirksame antiretrovirale Therapie einnimmt,
  •     seine HI-Viruslast unter der Nachweisgrenze liegt,
  •     beide Partner frei von anderen sexuell übertragbaren Krankheiten sind

ist die Wahrscheinlichkeit einer HIV -Übertragung auf die negative Partnerin bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr als sehr gering bis unwahrscheinlich anzusehen. Hier besteht also die Möglichkeit zum Zeitpunkt des Eisprungs Sex ohne Kondom zu haben.

Bei sehr hohem Sicherheitsbedürfnis des Paares kann von der HIV -negativen Partnerin zusätzlich eine antiretrovirale Prophylaxe (Präexpositionsprophylaxe - PrEP) eingenommen werden.
HI-Viruslast oberhalb der Nachweisgrenze

Wenn der betroffene Mann

  •     keine antiretrovirale Therapie einnimmt,
  •     eine nachweisbare HI-Viruslast hat,
  •     andere sexuell übertragbare Erkrankungen

ist ein Schutz der HIV -negativen Partnerin nur durch Laborverfahren zur Kinderwunschbehandlung zu gewährleisten. In diesem Fall kann in einem reproduktionsmedizinischen Zentrum geholfen werden. Durch die sogenannte „Spermawäsche“ werden die Spermien, die selbst keine HI-Viren enthalten, von der HIV -haltigen Samenflüssigkeit getrennt.

Eine Probe der gereinigten Spermien wird danach sehr gründlich auf HIV untersucht. Wenn HIV nicht nachweisbar ist werden die Spermien eingefroren und somit konserviert. Die so gewonnenen Spermien werden in einem weiteren Schritt direkt nach dem Eisprung mithilfe einer Ersatzflüssigkeit in die Gebärmutter injiziert. Möglich ist auch eine In-Vitro-Fertilisation, das heißt eine Befruchtung der zuvor entnommenen Eizelle im Reagenzglas, wobei dieses Verfahren deutlich aufwändiger und auch risikoreicher ist.

Die Spermawäsche gilt als äußerst sicher, auch wenn man nicht zu 100 Prozent garantieren kann, dass keine Viren mehr im Sperma zu finden sind. Das  Verfahren wird allerdings nicht überall angeboten und nicht immer von der Krankenkasse übernommen. Detaillierte Informationen zu Reproduktionsmedizinern in der Nähe bekommt man beim behandelnden Arzt oder auch beim Frauenarzt. Der Frauenarzt stellt bei Kinderwunsch eine Überweisung in ein reproduktionsmedizinisches Zentrum aus.

Im Rahmen der Kinderwunschbehandlung sind beide Partner ausführlich zu beraten, insbesondere über das in der jeweiligen Situation vorhandene, individuelle Restrisiko.

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