HIV-ANTIKÖRPER NACH SCHWERER KRANKHEIT

Schwerpunkt: HIV & Männer, HIV Allgemein
09.08.2016

Guten Tag, ich danke Ihnen für die Antwort. Man hat jetzt nach sieben Wochen einen quantitativen PCR von HIV gemacht, was nicht nachweisbar war. Wie sicher ist der Test? Und ein 4 Generationstest nach acht Wochen war auch negativ. Ich habe einfach solche Angst, weil ich so viele Sympthome habe, die darauf hinweisen. Ebenfalls hatte ich vor zwei Wochen eine Herzbeutelentzündung. Würde mein Körper trotzdem Antikörper bilden, auch wenn mein Immunsystem geschwächt ist?

Dr. med. Katja Römer
Antwort des Experten Dr. med. Katja Römer

Sehr geehrter Fragender bzw. sehr geehrte Fragende,

vielen Dank für Ihre Anfrage über die Internetplattform www.my-micromacro.net.

Auch nach einer überstandenen Herzbeutelentzündung ist Ihr Körper in der Lage, Antikörper zu bilden. Bedenken Sie auch, dass bei einer solch schwerwiegenden Erkrankung mit vielerlei Symptomen und einer langen Erholungszeit zu rechnen.

Die Tests, die Sie ansprechen unterscheiden sich in Ihrer Art, wie bereits durch Herrn Glaunsinger ausgeführt. Sie sprechen zwei verschiedene Testverfahren an, zum einen den Direktnachweis des Virus mittels PCR und zum anderen den HIV-Test der 4. Generation. Hierbei handelt es sich um einen kombinierten HIV-Antikörper/p24 Antigentest.

Die HIV-PCR ist in der Regel auf den Virustyp HIV-1 abgestimmt und hat je nach Anbieter eine sehr niedrige Nachweisgrenze, z.B. von 20 Kopien/ml, das heißt also, dass sie einen sicheren Nachweis für HIV-1 bietet, erst recht nach einem Zeitraum von 7 Wochen. Viele Testverfahren geben übrigens aber auch darunter noch ein Signal, was dann vom Labor noch zusätzlich als Ergebnis angegeben wird.

Wie schon von Herrn Dr. Glaunsinger ausgeführt, ist der Antikörpertests der 4. Generation einer der zuverlässigsten Tests in der gesamten Labordiagnostik. Dieser Test weist zum einen HIV-1 und HIV-2 Antikörper nach, aber auch ein bestimmtes Oberflächenmerkmal des Virus, das p24 Antigen, welches nur einige Wochen nach dem Infektionszeitpunkt nachweisbar ist und dann wieder verschwindet. Dies macht den Test in der frühen Phase nach einer Ansteckung noch genauer, auch, wenn noch keine Antikörper gegen HIV gebildet wurden. Die Antikörperbildung bei HIV kann allerdings – abhängig von der Person – dauern. In dem geschilderten Fall wurden beide Testverfahren kombiniert, was die Aussagekraft auf jeden Fall erhöht.

Die durchgeführte Testkombination schließt eine HIV-1 Infektion aus. Wünscht man jedoch eine umfassende Aussage, um alle äußerst seltenen Eventualitäten (wie z.B. eine Infektion mit HIV-2, äußerst niedrige Viruslast) auszuschließen, bleibt nur die Durchführung eines weiteren Antikörpertests 12 Wochen nach einem evtl. Risikokontakt.

Inwieweit die Art des Risikokontakts solch ein Vorgehen tatsächlich notwendig macht, können Sie ja noch einmal mit Ihrem Arzt besprechen.

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