HIV INFEKTION DURCH NASE BOHREN

Schwerpunkt: HIV & Männer, HIV Allgemein
05.12.2013

Hallo Herr Glaunsinger, ich mache mir Gedanken um eine mögliche Infektion mit HIV. Es geht um den Kontakt mit frischem Blut, das auf meine Finger kommt und ich dieses durch bohren in der Nase auf die Nasenschleimhäute bringe. 2 Situationen: 1. Ich habe beim Fußball einen Verletzten versorgt und bin mit dem Finger an seine Wunde gekommen. Anschließend könnte es sein, dass ich mir in der Nase gebohrt habe. 2. Ich habe jemanden die Hand gegeben und könnte so mit Blut in Kontakt gekommen sein. Anschließend könnte es sein, dass ich mir in der Nase gebohrt habe. Besteht die Möglichkeit, dass ich auf diesen beschriebenen Wegen genügend möglich infiziertes Blut auf meine Nasenschleinhaut gebracht habe, dass es zu einer HIV-Infektion kommt ? Vielen Dank für eine Antwort. Gruß Tobias

Dr. med. Tobias Glaunsinger
Antwort des Experten Dr. med. Tobias Glaunsinger

Sehr geehrte(r) Fragende(r),

um eine HIV-Infektion zu übertragen, sind im Wesentlichen 3 Dinge erforderlich:

  1. Eine ausreichende Menge Virus. Diese ist in der Regel immer dann gegeben, wenn Flüssigkeiten mit einer ausreichend hohen Konzentration an Virus von einer infizierten Person auf eine andere übertragen werden. Hierzu zählt insbesondere auch Blut.
  2. Eine geeignete Eintrittspforte. HIV ist nicht in der Lage, durch intakte Haut in den Körper einzutreten. Anders ist dies mit verletzter oder entzündeter Haut oder Schleimhäuten. Die Nasenschleimhaut ist – wie der Name schon sagt – eine Schleimhaut. Prinzipiell handelt es sich hier also um eine geeignete Eintrittspforte.
  3. Ausreichend Zeit. Das Virus muss etwas Zeit haben, aus der infektiösen Flüssigkeit über die Eintrittspforte in den Körper zu gelangen. Sollte es vorher – beispielsweise durch Ausspülen – am Eintritt gehindert werden, findet eine Infektion nicht statt.

Ausgehend von diesen 3 Bedingungen kann man also durchaus sagen, dass durch die von Ihnen genannten Situationen theoretisch (!) eine Infektion übertragen werden könnte (!).
Bedingung wäre jedoch in jedem Fall, dass entweder der Verletzte Fußballspieler oder der sie mit Handschlag begrüßende Mensch an einer unbehandelten (!) HIV-Infektion leiden würde. Die Wahrscheinlichkeit ist in der deutschen Allgemeinbevölkerung relativ niedrig  und liegt bei weit unter 1%.

 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med Tobias Glaunsinger
Facharzt für Allgemeinmedizin und Infektiologie
im Auftrag der Janssen-Cilag GmbH

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