HIV-VIRUS ÜBERTRAGUNG

Schwerpunkt: HIV & Männer, HIV Allgemein
01.05.2016

Sehr geehrter Herr Dr. Glaunsinger, ich habe drei Fragen zum Thema der Übertragung. 1. Ich habe heute beim Entsorgen des Mülleimers die in Toilettenpapier eingewickelte Binde einer Frau in der Hand gehabt, die vor ein paar Tagen bei mir war. Außen, wo ich angefasst habe, waren keine Blutspuren zu sehen. Wie sich aber herausstellte, war es aber ihre Binde und mit Blut. Danach habe ich habe ich mir ganz normal die Hände gewaschen, dabei ist mir aber ein Tropfen des Wassers in den Wund gespritzt. Die Frage ist, wenn jetzt auf dem Toilettenpapier mögliches infektiöses Material war, wie z.B. Vaginalflüssigkeit, ist es möglich, dass es durch diesen Tropfen vom Abwaschen in den Körper gelangt? Ich vermute aber, dass die Wahrscheinlichket extrem gering ist bzw., wenn im Tropfen infektiöses Material war, dieses durch das Wasser schon so verdünnt war, dass eine Infektion gar nicht möglich wäre. Die Frage kam mir auf, weil wir beide über die Symptome einer Infektion gesprochen hatten und sie meinte, dass sie die Symptome mal gehabt hat (dachte es sei Pfeifferisches Drüsenfieber) bzw. ein paar Mal ungeschützten Geschlechtsverkehr hatte. Getestet ist sie nicht. In der Panik hab ich mir ein paar Minuten später den Mund gewaschen und den Finger in den Mund gesteckt um zu erbrechen. Vermutlich übertrieben. Dabei kam auch mir die Angst, dass ich evtl. mit der Seife und den Viren in den Mund gekommen bin. 2. Dahingehend die prinzipielle Frage: Da die Haut ein ausreichender Schutz gegen HIV-Viren ist, reicht das einfache Händewaschen mit Seife aus, um das "Problem zu lösen" und die Viren abzuwaschen? 3. Sind Schmierinfektionen möglich? Vielen Dank!

Dr. med. Tobias Glaunsinger
Antwort des Experten Dr. med. Tobias Glaunsinger

Sehr geehrter Fragender bzw. sehr geehrte Fragende,

vielen Dank für Ihre Anfrage über die Internetplattform www.my-micromacro.net. Zum einen halte ich es für unwahrscheinlich, dass von der Damenbinde, mehrere Tage nachdem sie weggeworfen wurde, eine Gefahr ausgeht. HIV ist ein umhülltes Virus, welches außerhalb des Körpers bei nicht optimalen Bedingungen (richtiges Milieu mit ausreichend Feuchtigkeit) schnell an Infektiosität verliert.
Seife ist in der Tat ein recht gutes Mittel gegen HIV, da diese die Oberflächenmembran des Virus angreifen, die Oberflächeneiweiße zerstören und somit das Virus unschädlich machen kann. Gründliches Händewaschen ist also sicher eine gute Idee. Optimal wären jedoch Desinfektionsmittel.
Schmierinfektionen sind nur denkbar, wenn frisches infektiöses Material (Blut, Vaginalsekret, Sperma) auf dem Schmierweg auf eine infizierbare Körperoberfläche (Schleimhaut) oder auf einen Haut-/Schleimhautdefekt gelangt (Wunde, entzündete Haut).

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