INFEKTIONSRISIKO BEI HIV

Schwerpunkt: HIV & Psyche
08.09.2014

Hallo, ich habe eine Frage zum Infektionsrisiko HIV. Tut mir Leid, wenn es vielleicht etwas übertrieben ist, aber ich habe mir kürzlich etwas zu essen geholt und die beiden Männer hinter der Kasse haben sich sehr komisch benommen. Jetzt habe ich Angst, dass sie etwas mit meinem Burger gemacht haben, bevor sie ihn mir ausgehändigt haben. Gäbe es rein theoretisch ein Infektionsrisiko, wenn z.B. Samenflüssigkeit oder Blut auf dem Burger war und ich diese mitgegessen habe? Ich weiß, ich bin ziemlich ängstlich, aber es lässt mir leider keine Ruhe. Muss ich mir Sorgen machen und evtl. sogar einen Test machen lassen? Vielen Dank.

Dr. med. Steffen Heger
Antwort des Experten Dr. med. Steffen Heger

Sehr geehrte(r) jfm,

vielen Dank für Ihre Anfrage über die Internetplattform www.my-micromacro.net.

Zu Ihrer Anfrage möchte ich Ihnen zwei Antworten geben.

Zuerst der medizinische Teil. Danach kann ich zu der von Ihnen geschilderten Situation nur sagen, dass manche Dinge zwar rein theoretisch denkbar, aber praktisch doch weitgehend auszuschließen sind. Dazu gehört nach meinem Eindruck auch die von Ihnen geschilderte Situation. Eine Übertragung von HIV auf dem von Ihnen geschilderten Weg erscheint mir in hohem Maß unwahrscheinlich und zwar, weil

a) das HI-Virus außerhalb des Körpers innerhalb kurzer Zeit zugrunde geht und dann nicht mehr infektiös ist.
b) es ohnehin unwahrscheinlich ist, dass Imbiss- oder Restaurantpersonal Sperma oder Blut ins Essen mischt.
c) mir bisher eine HIV-Übertragung auf diesem Weg (also über die Aufnahme von mit Blut oder Sperma verunreinigten Nahrungsmitteln) noch nicht bekannt geworden ist.

Und nun zum zweiten Teil der Antwort: Sie haben sich mit Ihrer Frage an mich als ärztlichen Psychotherapeuten gewandt. Außerdem schreiben Sie an zwei Stellen, dass Sie ihre Ängste selbst mit einer gewissen Skepsis betrachten. Und Sie schildern ein besonderes Misstrauen gegenüber den beiden Männern. Könnte es daher sein, dass Sie mitunter außergewöhnlich große Angst vor Krankheiten (möglicherweise speziell vor einer HIV-Infektion) oder auch vor anderen Menschen haben, so dass die Ängste an sich das größte Problem darstellen? Um diese Frage zu klären, könnten Sie sich zu einem ersten Beratungsgespräch z.B. an einen niedergelassenen Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie wenden. Im Idealfall vielleicht an einen Kollegen, der mit der HIV-Thematik ein wenig vertraut ist.

Ich freue mich, wenn ich Ihnen weitergeholfen habe.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med Steffen Heger
Facharzt für Psychosomatik und Psychotherapie
im Auftrag der Janssen-Cilag GmbH

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