Sexuelle Gewalt unter Männern

Häufig berichten die Medien über Vergewaltigungen, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz oder sexuellen Missbrauch von Kindern. Sexuelle Gewalt ist ständig Thema – auf jeden Fall die Gewalt gegenüber Frauen oder Kindern. Gewalt unter Männern wird dabei praktisch nicht berücksichtigt. Leider ist sie häufiger als viele denken.

Sexuelle Gewalt unter Männern
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Es gibt kaum Berichte bzw. Untersuchungen über männliche Opfer sexueller Gewalt. Dennoch deuten Notrufeinrichtungen und Selbsthilfegruppen darauf hin, dass sexuelle Gewalt gegen Männer bzw. unter Männern nicht selten ist. Auch in gleichgeschlechtlichen Beziehungen zwischen Männern sind Erfahrungen mit sexueller Gewalt relativ weit verbreitet. Viele Übergriffe finden statt, wenn das Opfer sich nicht wehren kann, z. B. nach Alkohol- oder Drogenkonsum. Aber auch die Ausübung bzw. die Androhung körperlicher Gewalt sowie Beschimpfungen sind häufige Mittel sexueller Aggression.

Sexuelle Gewalt sollte nicht verschwiegen werden

Viele betroffene Männer erleben eine große Scham und trauen sich nicht, über Ihre Erfahrung zu sprechen. Manche tolerieren die Gewalt in der Beziehung, wenn die Angst verlassen zu werden überwiegt. Männliche Opfer sexueller Gewalt sollten nicht schweigen, sondern darüber sprechen. Es ist zudem sehr wichtig, dass man sich nach einem Übergriff so schnell wie möglich medizinisch beraten lässt, um nachträgliche Schutzmaßnahmen durchzuführen. Sollte man Angst vor einer HIV -Infektion haben, ist es unter Umständen sinnvoll, eine vorbeugende Behandlung mit Medikamenten einzuleiten – die so genannte Post-Expositions-Prophylaxe (PEP). Die Einleitung der Behandlung ist abhängig von der Einschätzung des Infektionsrisikos und immer eine individuelle Entscheidung. Der Beginn der Therapie muss innerhalb der ersten zwei Stunden, spätestens jedoch innerhalb von 24-72 Stunden, erfolgen. Einen 100%igen Schutz kann die PEP jedoch nicht bieten, grundsätzlich gilt: je früher desto besser. Die Maßnahme erstreckt sich über vier Wochen, die Entscheidung trifft der Arzt auf Basis des Infektionsrisikos.

Auch Beratungsstellen wie der Weisse Ring bieten Hilfe nach einer Vergewaltigung an. Zudem ist zu überlegen, ob man Anzeige bei der Polizei erstatten möchte.

Die weiterführenden Links unten im Artikel bieten noch mehr Informationen zum Thema.

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