HIV -Infektion und psychische Krisen: Angst, Depression , Sucht

Ob du nach dem positiven HIV -Test in eine seelische Krise geraten bist, dich mit Selbstzweifeln oder Zukunftsängsten plagst, ob du unter Schwierigkeiten in der Partnerschaft oder in der Familie leidest – im Zusammenhang mit einer HIV -Infektion kommt so manche seelische Belastung auf dich zu, die gemeistert werden will. Nicht immer gelingt das aus eigener Kraft.

HIV-Infektion und psychische Krisen: Angst, Depression, Sucht
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Jeder Mensch kann durch seelische Belastungen krank werden. Wann dieser Punkt erreicht wird, hängt ab von der individuellen Belastbarkeit einerseits – manche Menschen sind eben robuster und andere sensibler – und dem Ausmaß der Belastung andererseits.

Die HIV -Erkrankung geht zweifellos mit einer Reihe seelischer Belastungen einher. Mancher kommt damit aus eigener Kraft klar und bleibt mehr oder weniger stabil oder kann auf die Unterstützung seiner Freunde zurückgreifen. Viele Betroffene reagieren jedoch mit seelischen oder psychosomatischen Symptomen. Wer schon vor der HIV -Infektion an einer seelischen Störung litt, hat dann oft ein erhöhtes Risiko für einen Rückfall oder eine weitere Erkrankung.

Häufigste seelische Erkrankungen im Zusammenhang mit HIV

  • Depressionen
  • Angsterkrankungen, wie z. B. Panikattacken
  • Psychosomatische Symptome und Störungen, wie z. B. Magen-Darm- oder Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Schmerzzustände ohne Vorliegen einer organischen Ursache. Hierzu gehören auch Essstörungen, die bei schwulen Männern häufiger vorkommen als bei heterosexuellen.
  • Substanzmissbrauch und Suchtverhalten. Die Gefahr ist umso größer, je mehr die Neigung zum Substanzmissbrauch schon vorher bestand.

Manchmal gehen diese Symptome von alleine wieder weg. Häufiger halten sie an oder kommen nach einiger Zeit immer wieder, denn seelische Störungen neigen zur Chronifizierung . Es gilt: Je früher die Behandlung einsetzt, umso größer sind die Heilungsaussichten.

Daher die klare Empfehlung: Wenn deine seelischen oder psychosomatischen Beschwerden länger als zwei Wochen anhalten, solltest du fachliche Hilfe in Anspruch nehmen. Wenn dich lebensmüde Gedanken beschäftigen, solltest du immer einen Arzt ins Vertrauen ziehen.

Autor: Dr. Steffen Heger

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