HIV und Angststörungen : Die Ursachen

Bei den Ursachen einer Angststörung muss man unterscheiden zwischen einer Veranlagung zur Angst, begünstigenden Faktoren, Auslösern und aufrechterhaltenden Faktoren der Angst.

HIV und Angststörungen: Die Ursachen
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Unter Veranlagung versteht man die biologische oder lebensgeschichtlich begründete Neigung, mit Angst zu reagieren. Es gibt ängstlichere und weniger ängstliche Menschen. Aber auch „harte Kerle“ sind nicht unbedingt vor einer Angsterkrankung geschützt, denn oftmals verbergen sie ihre Ängstlichkeit nur hinter einer harten Schale.

Begünstigende Faktoren sind Einflüsse, die das Auftreten von Angst fördern können. Dazu gehören zum Beispiel Schlafmangel, der „Kater“ nach einem Alkoholrausch oder Koffeinkonsum. Auch der Gebrauch von Drogen kann bei manchen Menschen das Auftreten von Angstzuständen begünstigen, während andere unter Alkohol- oder Drogeneinfluss eher eine Linderung ihrer Angst erleben. Wenn Alkohol oder Drogen zur „Selbstbehandlung“ der Angst eingesetzt werden, besteht eine große Gefahr der Suchtentwicklung.

Auslöser sind in der Regel besondere Belastungssituationen, wobei die Belastung häufig nicht auf den ersten Blick erkennbar ist. Beispielsweise sind Trennungen oder Verlusterlebnisse häufige Auslöser. Bei HIV -Infizierten treten Panikzustände nicht selten im Zusammenhang mit der Diagnosestellung auf oder bei einer Veränderung des Gesundheitszustandes.

Aufrechterhaltende Faktoren der Angst sind das bereits oben beschriebene Vermeidungsverhalten, aber auch scheinbare „Vorteile“, die die Erkrankung mit sich bringen kann. Solche Vorteile bestehen etwa in besonderer Zuwendung durch Angehörige oder in der Entlastung von Anforderungen, wenn der Betroffene „geschont“ wird. Dazu kann auch eine zu lange Krankschreibung gehören.

Autor: Dr. Steffen Heger

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