HIV und Depression : Neun Fragen zur Selbsteinschätzung

Eine HIV -Infektion geht zweifellos mit einer Reihe seelischer Belastungen einher. Hast du in letzter Zeit Veränderungen deiner Stimmung, deines Lebensgefühls oder deines Verhaltens festgestellt, oder bist du von anderen darauf aufmerksam gemacht worden? Vielleicht fragst du dich, ob es sich dabei um Symptome einer Depression handeln könnte. Dieser Fragebogen hilft dir bei der Selbsteinschätzung.

HIV und Depression: Neun Fragen zur Selbsteinschätzung
Artikel teilen

Welche Rolle spielen Depressionen bei einer HIV -Infektion?

Menschen, die mit HIV leben, erkranken doppelt so häufig an einer Depression wie der Durchschnitt der Bevölkerung. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Warum ist es wichtig, Depressionen möglichst frühzeitig zu erkennen und zu behandeln? Zum einen, weil depressive Erkrankungen die Lebensqualität oft viel stärker beeinträchtigen als die Infektion selbst. Zum andern, weil unbehandelte Depressionen eine Reihe von Komplikationen nach sich ziehen können. Manche dieser Komplikationen sind besonders dramatisch, wie zum Beispiel Suizidversuche. Andere sind zunächst eher unauffällig, haben aber auf Dauer ebenfalls schwerwiegende Folgen: Zum Beispiel tun sich depressive Menschen viel schwerer mit der Therapietreue , also der regelmäßigen und zuverlässigen Einnahme ihrer HIV -Medikamente (Antiretrovirale Therapie oder ART). Sie haben darüber hinaus ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und für Abhängigkeitserkrankungen.

Depressionen kann man wirksam behandeln. Dazu müssen sie natürlich erst einmal erkannt werden. Das ist leider nicht immer so einfach, denn viele Betroffene stellen zwar Veränderungen ihrer Stimmung, ihres Lebensgefühls oder ihres Verhaltens bei sich fest, verstehen diese aber nicht als Symptome einer Depression . Oder wollen nicht wahrhaben, dass sie an einer seelischen Erkrankung leiden. So werden die Diagnose und der Beginn der Behandlung in vielen Fällen lange verschleppt. Das muss nicht sein.

Bin ich depressiv? Der folgende Fragebogen soll dir bei der Selbsteinschätzung behilflich sein.

Hier geht's zum anonymen Online-Fragebogen...

Hast du alle Fragen beantwortet? Dann zähle alle neun angekreuzten Werte zusammen und vergleiche die Summe der Werte mit der nachfolgenden Tabelle.

Summenwert         Ergebnis

0-4                         Unauffällig

5-9                         Mögliche Hinweise auf milde depressive Symptomatik

10-14                      Hinweis auf mittelgradige depressive Symptomatik

15-27                      Hinweis auf schwere depressive Symptomatik

Selbstverständlich kann ein solcher Fragebogen nur einen ersten Anhaltspunkt bieten. Er ersetzt nicht das Gespräch mit einem Arzt oder Psychotherapeuten, denn die Diagnose einer Depression ergibt sich niemals aus einem Fragebogen allein, sondern erfordert immer mindestens ein ausführliches diagnostisches Gespräch. Wenn dein Ergebnis im obigen Fragebogen auf das Vorliegen einer depressiven Symptomatik hinweist, solltest du dich daher an deinen Schwerpunktarzt oder direkt an einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie bzw. Psychosomatische Medizin und Psychotherapie wenden. Falls du unter – wenn auch „nur“ gelegentlich auftretenden – lebensmüden Gedanken leidest, solltest du unabhängig vom Ergebnis des Fragebogens immer mit einem Arzt darüber sprechen!

Depressionen sind meist sehr gut behandelbar. Je frühzeitiger die Behandlung begonnen wird, umso besser.

Autor: Dr. Steffen Heger

Artikel bewerten

Diese Information war für mich hilfreich?

Votes with an average with
Zurück

Weitere Themen:

Seele+

> > HIV und Depression: Neun Fragen zur Selbsteinschätzung