HIV und Schlafstörungen: Die Ursachen

Schlafstörungen gehören zu den häufigsten Beschwerden überhaupt. Das gilt für die Allgemeinbevölkerung ebenso wie für Menschen mit einer HIV -Infektion. Die Ursachen sind vielfältig. Welche Grundsätze solltest du im Zusammenhang mit Schlafstörungen beachten?

HIV und Schlafstörungen: Die Ursachen
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Schlafstörungen können bei HIV -Positiven in verschiedenen Zusammenhängen auftreten. Während gelegentliche Schlafprobleme keiner besonderen Beachtung bedürfen, können über einen längeren Zeitraum anhaltende oder häufig wiederkehrende Schlafstörungen als äußerst quälend empfunden werden.

In sehr vielen Fällen sind anhaltende oder wiederkehrende Schlafstörungen keine eigenständige Erkrankung, sondern Teilsymptom einer anderen seelischen Störung. Zum Beispiel gehen Depressionen und Angsterkrankungen häufig mit Schlafstörungen einher. Es ist sehr wichtig zu wissen, ob deine Schlafstörungen von einer solchen Erkrankung verursacht werden. In diesem Fall müsste man nämlich in erster Linie die Grunderkrankung behandeln. Wenn sich beispielweise deine Depression bessert, wirst du auch wieder besser schlafen können.

Manchmal entwickeln sich Schlafstörungen als Reaktion auf klar erkennbare seelische Belastungen. Häufig treten sie beispielsweise in der Wartezeit auf das Testergebnis oder nach Erhalt eines positiven Ergebnisses auf. Natürlich können auch von der Infektion unabhängige Belastungen Schlafstörungen auslösen: Partnerschaftskonflikte oder Trennungssituationen gehören ebenso häufig dazu wie Ärger am Arbeitsplatz.

Biologische Ursachen von Schlafstörungen

Schließlich gibt es auch biologische Ursachen von Schlafstörungen. Sie können im Rahmen mancher körperlicher Krankheiten wie Schilddrüsenüberfunktion oder Bronchialasthma auftreten, aber auch bei neurologischen Erkrankungen wie dem Restless-Legs-Syndrom oder bei nächtlichen Atemstörungen (z. B. Schlaf-Apnoe-Syndrom). Solche Erkrankungen müssen durch eine ärztliche Untersuchung ausgeschlossen oder gegebenenfalls behandelt werden.

Als weitere biologische Ursache gelten Nebenwirkungen bestimmter Arzneimittel und Drogen. Dass viele synthetische Drogen, insbesondere Amphetamine, zu Schlaflosigkeit führen, ist wohl den meisten Usern bekannt. Aber auch einige Arzneimittel – und dazu gehören auch manche in der Behandlung von HIV eingesetzte Medikamente – können selbst bei bestimmungsgemäßem Gebrauch Schlafprobleme verursachen. Wenn du einen Zusammenhang zwischen deinen Medikamenten und den Schlafstörungen vermutest, solltest du das unbedingt mit deinem behandelnden Arzt besprechen.

Was tun bei Schlafstörungen?

Wie deine Schlafstörungen einzuordnen sind und ob bei dir eine andere Grunderkrankung als Ursache vorliegt, kannst du im Gespräch mit einem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie oder einem Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie klären. Daneben gibt es auf Schlafstörungen spezialisierte Klinikambulanzen oder Praxen. Unter Umständen wird man dir die Untersuchung in einem „Schlaflabor“ empfehlen, in dem zur umfassenden Klärung deiner Schlafprobleme meistens zwei Nächte lang dein Schlaf genau analysiert wird. Nach der Untersuchung wird in der Regel eine Diagnose gestellt und eine Behandlungsempfehlung ausgesprochen.

Was kannst du unabhängig davon tun, um dir selbst zu helfen? Mehr Informationen dazu findest du unter HIV und Schlafstörungen: Was hilft?

Autor: Dr. Steffen Heger

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