Pro und Contra der Behandlung mit Psychopharmaka

Bei HIV -Positiven, die im Rahmen ihrer ART ohnehin auf die tägliche Einnahme verschiedener Wirkstoffe angewiesen sind, besteht häufig ein verständlicher Widerwille, den Körper mit „noch mehr Chemie“ zu belasten. Hinzu kommt die Befürchtung, Psychopharmaka könnten „die Persönlichkeit verändern“ oder hätten andere gravierende Nebenwirkungen. Diese Sorgen sind ernst zu nehmen. Schließlich sind Psychopharmaka hochwirksame Arzneimittel. Daher kann die Anwendung nicht völlig frei sein von möglichen Nebenwirkungen und Risiken. Warum also empfiehlt dir dein behandelnder Arzt bei psychischen Problemen trotzdem eine solche Behandlung?

Pro und Contra der Behandlung mit Psychopharmaka
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Die Antwort liegt wie bei jeder medikamentösen Behandlung in einer Nutzen-Risiko-Abwägung. Das heißt, man muss den erhofften Nutzen der Therapie (zum Beispiel Besserung der Depression und dadurch Steigerung der Lebensqualität) abwägen gegen die möglichen Risiken der Behandlung (zum Beispiel leichte Übelkeit oder Müdigkeit zu Behandlungsbeginn). Nur wenn der erwartete Nutzen der Behandlung größer ist als die damit verbundenen Nachteile, ist eine Behandlung sinnvoll.

Was die Befürchtung einer „Persönlichkeitsveränderung“ durch die Behandlung mit Psychopharmaka betrifft: Hier kannst du überlegen, ob es nicht eher die Erkrankung ist, die dich verändert hat. In diesem Fall würde dir die Behandlung wahrscheinlich helfen, zu deiner alten Form zurückzufinden. Falls du, was eher unwahrscheinlich ist, dennoch unerwünschte Veränderungen in deiner Gefühlswelt oder deinem Verhalten feststellen solltest, werden diese nach dem Absetzen des Arzneimittels wieder verschwinden. Bleibende Persönlichkeitsveränderungen durch Psychopharmaka sind also nicht zu befürchten.

Autor: Dr. Steffen Heger

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