HIV und Psychotherapie : Tipps für die Therapeutensuche

Psychotherapie kann die Verarbeitung der HIV -Infektion unterstützen. Hat man dir eine Psychotherapie empfohlen, verspürst du selbst den Wunsch danach, oder möchtest du zumindest mit professioneller Hilfe klären, ob eine Psychotherapie bei dir notwendig und Erfolg versprechend ist? Nun machst du dich auf die Suche nach einem Psychotherapeuten. Doch wie gehst du dabei am besten vor?

HIV und Psychotherapie: Tipps für die Therapeutensuche
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Wenn der Entschluss gereift ist, einen Psychotherapeuten aufzusuchen, stehst du vor der Herausforderung, dich um einen Termin in einer psychotherapeutischen Praxis zu bemühen. Möglicherweise hast du schon gehört, dass es oft nicht einfach ist, jemanden zu finden. Und dass es oft lange Wartezeiten gibt. Natürlich möchtest du nicht zu irgendjemandem gehen. Fachlich qualifiziert sollte er sein und zu dir passen.

Wie bei der Suche nach anderen Fachärzten kannst du selbst im Internet recherchieren. Viele Psychotherapeuten haben eine Website, über die du dich informieren und dir einen ersten Eindruck verschaffen kannst. Diese Art der Suche kann zum Erfolg führen. Meistens ist sie aber eher ungezielt und mühsam.

Direkter zum Ziel führen auf Nachfrage oft persönliche Empfehlungen durch deinen Schwerpunktarzt oder von Freunden oder anderen Betroffenen. Viele Schwerpunktpraxen wissen, welche Therapeuten die genannten Voraussetzungen erfüllen. In größeren Städten gibt es auch Beratungsstellen für HIV -Infizierte oder für schwule Männer allgemein, die zumindest inoffizielle Listen geeigneter Therapeuten führen und dir ebenfalls jemanden empfehlen können. Hier kannst du in der Regel anonym bleiben, wenn dir das lieber ist. Manche Kassenärztliche Vereinigungen unterhalten Telefonberatungen zur Vermittlung freier Therapieplätze, z.B. in Nordrhein die Zentrale Informationsbörse Psychotherapie. Die Berater dort wissen ebenfalls, wer mit dem Thema HIV vertraut ist.

Erste Kontaktaufnahme zum Psychotherapeuten

Wenn du dann eine oder mehrere Adressen erhalten hast, folgt als nächster Schritt der Anruf in der Praxis, um einen Termin für ein Erstgespräch zu vereinbaren. Ein Anruf verspricht oft mehr Erfolg als eine E-Mail.

Da viele Psychotherapeuten – anders als dein Hausarzt – ohne Praxispersonal arbeiten, sind sie in der Regel nur zu bestimmten Uhrzeiten telefonisch erreichbar. Diese telefonischen Sprechzeiten werden normalerweise auf dem Anrufbeantworter der Praxis angesagt. Die begrenzte Erreichbarkeit sollte dich nicht abschrecken. Denn das zeigt schließlich auch, dass sich der Therapeut in erster Linie auf seine Arbeit mit den Patienten konzentriert und sich nicht durch jedes Telefonklingeln aus dem Gespräch reißen lässt.

Wenn du den Therapeuten am Telefon hast, schildere ihm kurz in ein oder zwei Sätzen dein Anliegen. Oft ist es sinnvoll darauf hinzuweisen, von wem du die Empfehlung bekommen hast. Ziel des Telefonats ist die Vereinbarung eines Termins für ein Erstgespräch.

Leider sind viele Therapeuten oft längerfristig ausgebucht. Es ist daher möglich, dass du direkt eine Absage erhältst. Lass dich dadurch nicht entmutigen und verliere dein Ziel nicht aus den Augen. Bei der Therapeutensuche hilft vor allem eines: Hartnäckigkeit. Also rufst du am besten gleich den nächsten auf deiner Liste an. So lange, bis du dein Ziel erreicht hast: einen Termin für ein Erstgespräch.

Autor: Dr. Steffen Heger

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