HIV und Psychotherapie : Wer übernimmt die Kosten?

Psychotherapie ist in Deutschland eine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen. Die Kosten werden vollständig von der Krankenkasse übernommen. Bevor es losgehen kann, sind jedoch einige Voraussetzungen zu erfüllen und Formalitäten zu regeln.

HIV und Psychotherapie: Wer übernimmt die Kosten?
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Psychotherapie wird in Deutschland verglichen mit anderen Ländern in außergewöhnlich großzügigem Umfang von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Sie ist eine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen.

Selbstverständlich muss der Psychotherapeut eine Kassenzulassung haben (außer bei Privatpatienten und in einem Ausnahmefall, dem Erstattungsverfahren), damit er mit der Krankenkasse abrechnen kann. Du musst bei einem Therapeuten mit Kassenzulassung in keinem Fall irgendwelche Zuzahlungen leisten.

Für das Erstgespräch (Psychotherapeutische Sprechstunde) und die folgenden Probestunden (mindestens zwei und bis zu vier sogenannte „probatorische Sitzungen“) genügt die Vorlage der Versichertenkarte und ggf. einer Überweisung. Du kannst also einen Psychotherapeuten zunächst genauso in Anspruch nehmen wie jeden anderen Facharzt auch.

Alles, was darüber hinausgeht, muss vor Therapiebeginn bei der Krankenkasse beantragt werden. Denn Psychotherapie ist zwar eine Pflichtleistung der Krankenkasse, aber auch eine „antrags- und genehmigungspflichtige“ Leistung. Die dazu notwendigen Antragsformalitäten übernimmt der Therapeut.

Umfang der Psychotherapie *

Wie viele Sitzungen von der gesetzlichen Krankenkasse höchstens finanziert werden (= „Kontingente“), hängt vom gewählten Therapieverfahren ab:

  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie : bis zu 60 (in besonders begründeten Fällen bis zu 100) Einzelsitzungen oder bis zu 60 (in besonders begründeten Fällen bis zu 80) Gruppensitzungen
  • Analytische Psychotherapie : bis zu 160 (in besonders begründeten Fällen bis zu 300) Einzelsitzungen oder bis zu 80 (in besonders begründeten Fällen bis zu 150) Gruppensitzungen
  • Verhaltenstherapie : bis zu 60 (in besonders begründeten Fällen bis zu 80) Einzel- oder Gruppensitzungen

Die Regelungen der Beihilfestellen weichen hiervon etwas ab. Bei privaten Krankenversicherungen hängen die Voraussetzungen und der Umfang der Kostenübernahme vom gewählten Tarif ab und müssen im Einzelfall mit der Versicherung geklärt werden, da die Regelungen und Vertragsbedingungen äußerst unterschiedlich sind.

* nach der seit 1. April 2017 gültigen neuen Psychotherapie -Richtlinie

Autor: Dr. Steffen Heger

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