Wer bietet Psychotherapie an?

Psychologe oder Psychotherapeut? Oder Psychologischer Psychotherapeut? Psychiater oder Nervenarzt? Psychoanalytiker oder Verhaltenstherapeut? Heilpraktiker oder Coach? Die Unterscheidung der verschiedenen Berufsgruppen im Bereich Psychotherapie fällt selbst Fachleuten schwer. Damit du den Durchblick bekommst, hier einige Begriffsklärungen und Hinweise, wer für dich der richtige Ansprechpartner sein kann.

Wer bietet Psychotherapie an?
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Grundsätzlich dürfen in Deutschland (in Österreich und der Schweiz gelten teilweise abweichende Regelungen) nur zwei Berufsgruppen in der heilkundlichen Versorgung von Menschen mit seelischen Störungen tätig werden: Ärzte und Psychologen.

Um sich „Psychotherapeut“ nennen zu dürfen und als solcher tätig zu werden, müssen sowohl Ärzte als auch Psychologen nach abgeschlossenem Universitätsstudium eine mehrjährige und genau geregelte Weiterbildung absolvieren, an deren Ende eine Prüfung steht. Erst nach erfolgreichem Abschluss kann auf Antrag die behördliche Erlaubnis zur Ausübung von Psychotherapie erteilt werden. Die Berufsbezeichnung „Psychotherapeut“ ist geschützt, d. h. sie darf nur von diesen amtlich befugten Personen geführt werden.

Ärztlicher oder Psychologischer Psychotherapeut?

Ärztliche Psychotherapeuten sind entweder Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie oder Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie . Es gibt auch ärztliche Psychotherapeuten, die in erster Linie in einem anderen Gebiet tätig sind und daneben eine Zusatzausbildung als Psychotherapeuten gemacht haben. Sie tragen dann neben ihrer Gebietsbezeichnung (z.B. Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe oder Facharzt für Innere Medizin) die Zusatzbezeichnung „Psychotherapie “.

Psychologen, die nach dem Universitätsstudium der Psychologie eine psychotherapeutische Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen haben und über eine behördliche Zulassung (Approbation) verfügen, dürfen sich Psychologischer Psychotherapeut nennen.

Unabhängig von diesen Grundvoraussetzungen ist die Wahl des bevorzugten Therapieverfahrens, mit der ein Psychotherapeut hauptsächlich arbeitet. Am häufigsten sind das die sogenannten psychodynamischen Verfahren (tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und analytische Psychotherapie bzw. Psychoanalyse ) auf der einen und Verhaltenstherapie auf der anderen Seite.

In Deutschland dürfen auch Heilpraktiker mit psychotherapeutischer Weiterbildung psychotherapeutisch tätig werden. Die Anforderungen, die hier an eine Zulassung gestellt werden, sind im Vergleich zu ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten recht gering. Eine Behandlung zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen dürfen sie nicht durchführen, und sie dürfen sich auch nicht „Psychotherapeut“ nennen.

Autor: Dr. Steffen Heger

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