SICHERHEIT HIV TEST

Schwerpunkt: HIV & Psyche
28.01.2016

Hallo, ich habe eine Frage zur Testsicherheit bzw. zur persönlichen Einschätzung meiner Lage: Ich hatte einen RK (Cunnilingus, ohne Blut oder Verletzung, ca. 45 sek., Bordell) und habe seitdem Angst mich infiziert zu haben. Ich habe gemacht: 4 Wochen nach RK: Elisa 4G.Test, PCR auf HIV1 und 2 7 Wochen nach RK: Elisa 4G.Test, PCR auf HIV 1 8 Wochen nach RK: Elisa 4G.Test, PCR auf HIV 2 Ich hatte keineSymptome seitdem, auch wurden meine Blutwerte untersucht und es ist alles in Ordnung, STI wurde beim Schwerpunktarzt ausgeschlossen. Trotzdem habe ich immer noch Angst. Habe ich immer noch ein Risiko mich infiziert zu haben, aus medizinischer Sicht? Das RKI sagt ja das 6 Wochen ausreichend wären, ich trinke nicht und nehme keine Medikamente, keine Ahnung, ob ich irgendeine Immunkrnakheit habe, bin selten krank. DANKE DANKE DANKE für ihre Hilfe!

Dr. med. Steffen Heger
Antwort des Experten Dr. med. Steffen Heger

Sehr geehrter Fragender,

vielen Dank für Ihre Anfrage über die Internetplattform www.my-micromacro.net.

Sie beschreiben einen sexuellen Kontakt, der bezüglich einer HIV-Infektion nicht als Risikokontakt anzusehen ist. Trotzdem haben Sie danach drei HIV-Tests gemacht. Offensichtlich sind Sie in dem Zusammenhang ausführlich ärztlich beraten worden. Wahrscheinlich hat man Ihnen gesagt, dass das negative Testergebnis als sicher anzusehen ist. Dennoch lässt Sie die Frage nicht los und Sie scheinen weiterhin im Zweifel zu sein, ob diese Auskünfte richtig sind und vielleicht doch eine HIV-Infektion zu befürchten ist.

Diese Vorgeschichte lässt darauf schließen, dass nicht das wirkliche Risiko einer HIVInfektion im Vordergrund steht, sondern die Angst davor. Leider weiß ich nur sehr wenig über Sie, zum Beispiel ob dies das erste Mal war, dass Sie nach einem sexuellen Kontakt eine Infektion befürchtet haben, wieviele HIV-Tests es in der Vergangenheit schon gab usw. Daher kann ich nicht einschätzen, ob bei Ihnen schon eine HIV-Phobie vorliegt.

Entscheidend ist aber, wie sehr Sie die Ängste bzw. die Krankheitsbefürchtungen im Alltag beschäftigen. Wenn das sehr ausgeprägt sein sollte, wäre es aus meiner Sicht sinnvoll, Kontakt zu einem Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie oder zu einem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie aufzunehmen. Dagegen ist von weiteren Tests erst einmal abzuraten, da jede weitere Diagnostik auf längere Sicht die Angst eher verstärkt.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Einschätzung weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med Steffen Heger
Facharzt für Psychosomatik und Psychotherapie
im Auftrag der Janssen-Cilag GmbH

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